Das ätherische Leuchten grüner Polarlichter, der Aurora australis, hüllt den Bogen der Milchstraße über den neuseeländischen Alpen in ein bezauberndes Licht. Dunkel zeichnen sich dünne Cirrus-Schleierwolken gegen den Nachthimmel ab, während die tief verschneiten Gipfel der Südalpen mit Mount Cook und Mount Tasman im Licht des aufgehenden Mondes leuchten.
Schwache, flächig grün leuchtende Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen von der Sonne auf Sauerstoffatome der hohen Erdatmosphäre in etwa 100 Kilometer Höhe treffen und diese energetisch zum Leuchten anregen. Die Sauerstoffatome absorbieren die Energie der Teilchen und emittieren sie wieder. Bei dieser Emission werden Photonen mit einer für grünes Licht charakteristischen Wellenlänge ausgestrahlt, was wir als grünes, ätherisches Leuchten wahrnehmen.
Der Bogen der südlichen Milchstraße überspannt den gesamten Südalpenhauptkamm von Norden bis Süden und erreicht im Zentrum den Zenit. Das hell leuchtende Band der Milchstraße aus Milliarden von Sternen ist durchsetzt mit interstellaren Staubwolken, die sich dunkel gegen den hellen Sternhimmel absetzen. Diese galaktischen Staubwolken blockieren das dahinterliegende Sternenlicht, weswegen diese Himmelsareale dunkel erscheinen. Am Nordhorizont (links) stehen das Sternbild Schütze mit dem galaktischen Zentrum sowie das Sternbild Skorpion mit seinem hellgelben Hauptstern Antares. Im Zenit leuchtet das berühmte Kreuz des Südens und bildet einen starken Kontrast zur benachbarten Dunkelwolke des Kohlensacks. Am Südhorizont (rechts) steht das Sternbild Großer Hund mit seinem hellsten Stern Sirius. Unterhalb des Milchstraßenbogens und oberhalb der höchsten Gipfel der Südalpen stehen die beiden Nachbargalaxien, die Magellanschen Wolken, sowie der extrem helle Stern Canopus im Sternbild Carina, dem Kiel des Schiffes.
Dieses nächtliche Panorama der Südalpen mit Polarlichtern und dem Milchstraßenbogen einzufangen, war die Erfüllung eines lang gehegten Traumes und gleichzeitig mein Aufbruch in eine neue Ära der hochauflösenden Astro-Panorama-Fotografie ohne nennenswertes Bildrauschen. Die Sternnachführung erlaubt es, punktförmige Sterne mit minutenlanger Belichtung aufzunehmen, die ansonsten aufgrund der Erdrotation nach 25 Sekunden zu Strichen verwischen würden. Um dieses dreidimensionale Panorama technisch abzubilden, umfasst die Szenerie 200 Grad in der Horizontalen und 110 Grad in der Vertikalen. Dafür waren 20 Einzelaufnahmen notwendig, davon zehn Astroaufnahmen mit Sternnachführung und jeweils sechs Minuten Belichtungszeit sowie zehn ebenso lange Aufnahmen der Alpenlandschaft kurz nach Mondaufgang. Damit dauerte das Shooting für dieses 106-Megapixel-Foto inklusive der Kalibrierung und Ausrichtung der Sternnachführung sieben Stunden.







